Also wenn ich irgendwann einmal auf einer skandinavischen Hochzeit eingeladen wäre,

dann bekommt das Brautpaar diese Torte von mir.

Nein, nicht genau DIESE, denn die ist schon halb vernichtet.
Sie war das Ergebnis vom Tortenworkshop mit Monika.
Ach so, bin ich zu schnell?
Na gut, ich fange dann mal von vorne an…

Die Tortenstory
Der Kuchenrohling hatte mich am Tag zuvor schon einige Nerven gekostet.
Warum kann ich auch nicht einfach mal einen NORMALEN Kuchen backen und muss mir immer etwas neues, meist kompliziertes heraussuchen? TYPISCH ich, nie zweimal das Gleiche.
Farbig musste es sein, natürlich mehrere Schichten und dazwischen weisse Ganache. *nö, is’ klar!
Am Samstag kam ich dann (natürlich mit 20 Min. Verspätung, blöde A1!) mit meinem Eierlikörkuchenrohling in den Kursraum.

Rückblende
Monika erzählt bereits etwas über die Herstellung von Fondanttorten.
Alle Kursteilnehmer hören gespannt zu und vor ihnen steht der meist perfekte Kuchenrohling.
Ich setze mich.
Meinen Kuchenrohling, der ein wenig aussieht wie der schiefe Turm von Pisa, lasse ich erstmal unterm Tisch verschwinden.

Nach der Theorie geht es dann zur Praxis.
Jetzt komme ich nicht mehr drumherum, der Rohling muss auf den Tisch.
“Den müssen wir aber noch zurechtschneiden!” stellt Monika alias die Tortentante passend fest.
“Mit Buttercreme können wir das nicht ausgleichen!”
Ich würde am liebsten dorthin versinken, wo der Kuchen vorher stand.

Zuerst wird der Fondant von Callebaut (duftet lecker nach Vanille) mit Pastenfarben von Sugarflair eingefärbt.
Ich blättere wild durch meine vorher ausgedruckten Fondanttortenideenblätter und entscheide mich gegen das Einfärben. Irgendwie mag ich weisse Torten doch am liebsten.
Die anderen Teilnehmer färben den Fondant ein und stecken ihn wieder in den Platikbeutel.

Nach fleissigem Herumgeschnitze mit Monikas Hilfe und überziehen mit Buttercreme sieht das Törtchen schon gar nicht mehr so übel aus.
Ich werde etwas entspannter.

Der Fondant wird dünn ausgerollt und über den Kuchen gelegt.
Plötzlich verliebe ich mich. “Mei’ ist der schön!”
Ich lasse den so.
Einfach so, klein und weiss. Vielleicht noch ein Bändchen drum und fertig.
Nur, dafür bin ich nicht hier.

Meine ausgedruckte Vorlage ist eine vierstöckige Torte. Ich beschliesse einen Mix aus der ersten und dritten Lage zu versuchen.
Irgendwie ist mir schon vorher klar, daß ich das in der Zeit gar nicht schaffen kann. EGAL!
Etwas anderes kommt nicht in Frage.
Ich male die Schablone für die Vögelchen, schneide sie aus. Ebenso die Schablone für die große Blüte in der
Mitte.
Blütenpaste und Fondant werden zu gleichen Teilen gemischt und mit den Sugarflair Farben gefärbt.
Das Ganze nennt sich dann Modelierfondant lerne ich von Monika.
Dieser wird hauchdünn ausgerollt. Ich lege die Schablone drauf, schneide das Vögelchen mit einem scharfen Messer aus und befestige es auf dem Kuchen mit Zuckerkleber.
Okay, es läuft.
Die Zeit rennt mir trotzdem davon.
In Sachen Blüten habe ich ja schon Übung, die fluppen.
Die grünen Bänder für die Blütengirlande rollt mir Monika. Die ist übrigens super.
Keine Frage bleibt offen, keine “HILFE!” unbemerkt.
Viele kleine Einzelteile liegen vor mir.
Die letzten Minuten arbeite ich in Vorspulgeschwindigkeit.
Alles wird mit Zuckerkleber an dem Törtchen befestigt, der Turm wild auf der Tortenplatte hin und hergedreht.
Die anderen Kursteilnehmer beginnen schon ihren Platz zu aufzuräumen. Ich rotiere.
“PUHH, fast fertig.”
Einige Kleinteile fehlen noch, aber die befestige ich dann zu Hause.
Die Uhr schlägt vier.

Der nächste Tag
Ein paar Feinheiten werden noch korrigiert. Die Pünktchen auf den Vögeln hätte ich besser mit Royal Icing gemacht. Nun ja, trotzdem bin ich mit meiner dritten Fondanttorte mehr als glücklich. Nein, ich liebe sie.


Ich fange an zu träumen. Meine Torte auf einem Buchtitel.

Okay, okay, ich drehe durch. Trotzdem: Kann das Buch bitte jemand schreiben? Ich würde es kaufen!
Der Buchtitel hätte mich sofort überzeugt.

Ich freue mich auf’s Anschneiden und bin gespannt wie ein Flitzebogen.
Hoffentlich hat sich der ganze Aufwand gelohnt.
Noch schnell bastel’ ich ein passendes Kärtchen und einen Serviettenanhänger, damit mein Törtchen nicht so alleine ist.

Jetzt wird angeschnitten.
Der spannenste Moment im Leben einer Fondanttorte.

“Halleluja!”

“Das erste Stück gehört mir!”

Der Kuchen, die Buttercreme und die weisse Ganache zerschmelzen auf meiner Zunge.
Seeliges Glücksgefühl.
Es hat sich gelohnt!

Fotos_Herr Klitzeklein und ich
Stempel_selbstgemacht & von Stempel Malter herstellen lassen
Kurs_Monika alias Tortentante
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Da ist sie! Fondanttorte für meine beste Mama von der Welt

oder “Wohin mit den ganzen Blümchen?”

Es ist Samstag morgen.
In meinem Kopf existiert schon die fertige Torte.
Die Rezepte dafür habe ich mir am Freitag ergoogelt.
Fündig wurde ich bei Monika, wo ich eine Erdbeer-Schoko-Torte fand.
Eine unschlagbare Kombination, wie ich finde.

Das Rezept für die Erdbeer-Schokoladen-Torte findest Du hier: Tortentante

Ich backe allerdings zwei Böden. Die Torte soll schön hoch werden, das mag ich. Der Durchmesser beträgt nur 18cm.
Von der Ganache und der Käse-Sahne-Mischung stelle ich mehr her. Ausserdem habe ich noch eine Zutat dazugemogelt, Erdbeermarmelade.
Gebacken wird wieder mit der Alu-Zewa-Methode.

Die Kuppel der Böden schneide ich mit einem Messer ab.

Ich lege den Boden auf ein Cake Board und diesen auf eine Drehplatte (von Ikea).
Den erste Boden bestreiche ich mit Erdbeermarmelade

und der Käse-Sahne-Mischung. Genauso, wie die Dritte.

Der zweite Boden wird mit der Käse-Sahne-Mischung und frischen Erdbeeren kalorisch gemacht.

Damit auch kein Zweifel daran bleibt, daß diese Torte richtig auf die Hüften geht und glücklich macht, werden alle vier Böden mit Ganache ummantelt.

Wer keinen Fondant mag, der macht hier Schluss. *wie auch in Tortentantes Rezept Die Torte kommt jetzt in den Kühlschrank.
Hier habe ich für Euch noch eine Dekorationsidee gephotoshopt. *cooli, was alles geht
Nur die Platte müsste noch ausgetauscht werden.

Für alle, die Fondant mögen, geht es hier weiter.

Heute war ich um 7.30h wach. Es ist Sonntag!
Ich bin aufgeregt, die Torte ruft.
Nochmals die Arbeitsplatte fusselfrei machen, auch wenn man sie mit dem blossem Auge sieht.
Meine Hände, den Rollstab und die Arbeitsplatte stäube ich mit Puderzucker ein.
Jetzt wird der Fondant (von www.pati-versand.de) in Anteilen weich geknetet, damit er nicht reisst. Nach 30 Min. stelle ich fest, daß das der Frühsport war. *ganz schön anstrengend
Das erste Ausrollen geht in die Hose, der Fondant klebt an der Arbeitsplatte.
Mit mehr Puderzucker gelingt der zweite Versuch. Der wird nicht fotografisch festgehalten, weil Herr K. so früh noch klitzekleine Augen hat.
Mit den Smoothern drücke ich den Fondant sanft von beiden Seiten an den Kuchen und schneide den Überschuss am Boden mit einem Messer ab.
Die Fondanttorte nimmt langsam Formen an. Von dem kleinen Schokofleck auf der Oberfläche wird niemals jemand erfahren, denn auf ihm prangt später die schönste Blüte.

Die Anspannung verfliegt.
Jetzt beginnt der schönste Teil. Die Blüten kommen zum Einsatz.
Das Rezept für den Zuckerkleber *Rezept auch von Monika / Tortentante:

Die Blüte wird auf der Rückseite mit etwas Kleber benetzt und auf dem Kuchen angebracht.
Das mache ich nach Lust und Laune.


Bis nach und…

nach

ein Muster entsteht.


Ein bisschen stolz bin ich jetzt schon.

Und wer dieses Törtchen bekommen hat?

Natürlich meine beste Mama von der Welt, die hatte nämlich gestern Geburtstag und da ich lange arbeiten musste, bekam sie sie schon am Sonntag. Sonntag ist doch eh der schönere Kuchenesstag.

Und jetzt Luft anhalten und stark bleiben.

Fotos_Herr Klitzeklein

Hineiiiiin in das nächste Experiment – Fondantblüten

Endlich rangewagt.

Schon seit einiger Zeit umtreibt mich der Gedanke, mich endlich mal an Fondantblüten heranzutrauen.
Das Werkzeug dafür liegt schon seit EINIGER Zeit bereit.
Mit großen Augen habe ich mich bisher auf diversen Tortenseiten herumgetrieben und mich immer gefragt (und tue es noch!), wie die das hinkriegen.

Wahnsinns Torten sieht man dort mitunter. Obendrauf Blumen, die so aussehen, als wären sie gerade frisch gepflückt.
Nein, ich meine nicht diese Marzipanröschen vom Bäcker nebenan. Ich meine unglaubliche filigrane Gebilde aus Blütenpaste, in zarten Farben, bei deren Anblick einem das Herzchen hüpft vor lauter Begeisterung. Bei mir kommt dann immer dieser “Willdasauchkönnen!-Gedanke”. *den ich sehr häufig habe

Nun ja, ich habe es also gewagt. Zwar nur im klitzekleinen Stil, aber immerhin ein Anfang, der mir die Scheu vor weiteren Zuckerblumen genommen hat.

Ich nehme Euch mit in “Das Fondantblütenexperiment

14.30h
Das Werkzeug liegt bereit.
Da wären
ein Ball Tool zum Formen der Blüte, ein Rollstab,
Blütenausstecher, Teaspoons zum formen der Blüte (muss nicht), Palmin soft zum einfetten der Hände, Zewa, eine Schaumstoffmatte (Packmaterial) und evtl. Lebensmittelfarbe (hier von Sugarflair in Christmas red & Dusky Pink).


Ich bin in weiss gekleidet.
Nein, ich habe nicht vor nochmal zu heiraten. Das ist wichtig, damit sich keine fiesen, kleinen, dunklen Fussel in die Blütenpaste schleichen. Die liegt übrigens seit 2 Tagen im Kühlschrank bereit. Selbstgemacht und ohne Komplikationen gelungen. Kann man aber auch bestellen.
Für Selbermacher kommt hier das Rezept.

Blütenpaste (nach Nicholas Lodge)

Zutaten
1 Eiweiss Gr. L
225 gr. Puderzucker, gesiebt
4 gestr. TL CMC (jetzt nicht erschrecken! CMC = Kukident Haft-Pulver super extra stark)
1 TL Palmin soft

1. Das Eiweiss mit der Küchenmaschine auf höchster Stufe ca. 10 Sek. anschlagen. Vom Puderzucker zwei EL abnehmen und zur Seite stellen.
Die Küchenmaschine auf niedriger Geschwindigkeit laufen lassen und den restlichen Puderzucker einrieseln lassen. Jetzt die Geschwindigkeit erhöhen und die Maschine ungefähr 2 Min. laufen lassen, bis die Masse seidig glänzend aussieht und eine Konsistenz hat, bei der “weiche Spitzen” zu erkennen sind. D.h., die Masse wird fest, ist aber noch nicht so steif, dass die Spitzen aufrecht stehen bleiben.

2. Die Geschwindigkeit der Maschine drosseln und das CMC im Abstand von jeweils 5 Sekunden nach und nach in die Puderzucker-Eiweiss-Masse einrieseln lassen.
Dann die Maschine für einige Sekunden auf höchster Stufe laufen lassen, die Masse wird nun fester.

3. Den zu Beginn abgenommenen Puderzucker auf die Arbeitsfläche sieben, die Blütenpaste aus der Schüssel kratzen, mit Palmin soft die Hände leicht einfetten und den Puderzucker unter die Masse kneten.
Die fertige Paste in einem Gefrierbeutel luftdicht verschließen und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

4. Vor der Verarbeitung die Paste auf Zimmertemperatur kommen lassen, die gewünschte Menge entnehmen, mit leicht eingefetteten Händen geschmeidig kneten und nach Wunsch einfärben.

Weiter geht’s.
Die Arbeitsplatte ist blitzeblank. Die Hände mit Palmin soft eingefettet.

14.35h
Ich knete die Paste geschmeidig.
Fühlt sich an wie Fimo. Sobald das Palmin von meinen Händen verschwindet, klebt die Paste. Schnell nachfetten, den Rollstab und die Arbeitsplatte auch.
Ich nehme einen kleinen Teil der Paste, den Rest packe ich in eine Platiktüte.
Das Ausrollen klappt wunderbar.

14.40h
“Was ist das, ein Fussel??”
Nochmal neu.

14.45h
Ich steche die Blüte aus und transportiere sie vorsichtig auf die Schaumstoffmatte.
“Ohhh nein, ein Loch in der Blüte?”
Nochmal neu.

14.50h
“Eine ganze Blüte, oleeolee!”
Das Ball Tool wird an der dicken Spitze eingefettet. Jetzt streiche ich vorsichtig von der Mitte die Blütenblätter nach aussen.

“Herr K. hol’ doch mal das Makro-Objektiv!”

“Ha, ich glaube es funktioniiiiert!”

“Jetzt noch hier und da und dort…”

Damit die Blüte noch etwas mehr nach Blüte aussieht, presse ich sie in einen Teaspoon. *amerikanischer Messlöffel

“Ich glaub’s nicht. Da ist sie, meine erste Blüte!”

15h-16.30h
Es gibt kein Halten mehr. Blütengrossproduktion in der Klitzekleinküche, wundervoll!

Was damit passiert? “Lass Dich überraschen!”

Werkzeuge_www.torten-kram.eu
Fotos_Herr Klitzklein